REIFENRATGEBER.
Welche Reifen sind die richtige Wahl?
Die Wahl des passenden Reifens richtet sich in erster Linie nach Ihrer jährlichen Fahrleistung. Fahren Sie weniger als etwa 10.000 km pro Jahr, sind Allwetterreifen eine sinnvolle Lösung. Bei höheren Laufleistungen empfehle ich getrennte Sommer- und Winterradsätze, da diese technisch klar auf ihre jeweiligen Einsatzbedingungen abgestimmt sind.
Sommerreifen besitzen eine härtere Gummimischung und bleiben dadurch auch bei hohen Temperaturen stabil. Sie bieten sicheren Grip und sind so ausgelegt, dass Wasser zuverlässig verdrängt wird.

Winterreifen hingegen sind deutlich weicher, damit sie sich bei niedrigen Temperaturen an die Fahrbahn anpassen können. Ihr feines Profil nimmt Schnee auf – entscheidend, da Schnee auf Schnee besser haftet als Gummi auf Schnee.
Allwetterreifen vereinen beide Eigenschaften, sind aber immer ein Kompromiss. Im Sommer sind sie zu weich und verschleißen schneller, im Winter fehlt ihnen bei Kälte und Schnee die Haftung eines echten Winterreifens.
Welche Reifen sollte ich kaufen?
Grundsätzlich lassen sich Reifen in drei Kategorien einteilen, die sich vor allem in Qualität, Preis und Laufleistung unterscheiden.
Premiumreifen
Hersteller wie Continental, Michelin, Goodyear oder Pirelli bieten die modernste Technik. Sie erhalten maximale Sicherheit, sehr gute Fahreigenschaften und in der Regel die höchste Laufleistung.
Mittelklasse
Marken wie Barum, Nexen oder Yokohama setzen häufig auf bewährte Technik aus früheren Generationen der Premiumhersteller. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier meist besonders ausgewogen.
Budgetreifen
In dieser Kategorie finden sich sehr günstige Modelle, oft von wechselnden Herstellern. Sie erfüllen die gesetzlichen Anforderungen, zeigen jedoch deutliche Schwächen beim Fahrverhalten, Bremsweg und Verschleiß.
Ein scheinbar günstiger Preis relativiert sich schnell, wenn der Reifen deutlich kürzer hält. Sinnvoll können Budgetreifen dennoch sein, etwa bei Fahrzeugen mit sehr geringer jährlicher Laufleistung.
Besonderheit bei Allwetterreifen
Wenn Sie sich für Allwetterreifen entscheiden, sollten Sie hier nicht sparen. Da diese Reifen konstruktionsbedingt immer ein Kompromiss sind, fallen Qualitätsunterschiede deutlich stärker ins Gewicht. Tests, unter anderem vom ADAC, zeigen regelmäßig, dass viele Mittelklasse-Modelle hier spürbar schlechter abschneiden.
Meine Empfehlung ist daher klar: Verwenden Sie bei Allwetterreifen ausschließlich Premium-Modelle.

Wenn Sie hingegen getrennte Sommer- und Winterreifen fahren, können Sie bedenkenlos auch auf gute Mittelklasse-Reifen setzen.
Wie alt dürfen Reifen sein?
Beim Zustand eines Reifens zählt nicht nur die Profiltiefe, sondern auch das Alter. Gesetzlich sind mindestens 1,6 mm vorgeschrieben, technisch wird es jedoch deutlich früher kritisch. Spätestens unter etwa 4 mm lässt die Haftung bei Regen oder Schnee spürbar nach, da Wasser oder Matsch nicht mehr ausreichend verdrängt werden.
Das Alter erkennen Sie an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke, meist nur auf einer Seite. Die letzten vier Ziffern geben Produktionswoche und -jahr an. „4020“ steht beispielsweise für Kalenderwoche 40 im Jahr 2020.


Reifen bestehen aus Gummi, das unabhängig von der Nutzung altert. Mit der Zeit wird es härter und spröde, wodurch die Haftung kontinuierlich abnimmt. Sichtbare Risse sind dabei nur ein spätes Warnzeichen – der Leistungsverlust beginnt deutlich früher.
Bei Winter- und Allwetterreifen ist in der Praxis meist nach etwa fünf Jahren Schluss, selbst wenn das Profil noch gut aussieht. Die Gummimischung ist dann so verhärtet, dass der Reifen nicht mehr ausreichend greift. Bei Sommerreifen ist die Alterung etwas weniger kritisch, hier sind unter guten Bedingungen oft zwei bis drei Jahre mehr möglich.
Ein typisches Problem bei alten Reifen ist der scheinbar geringe Verschleiß: Durch die Aushärtung entsteht kaum noch Abrieb, das Profil bleibt lange erhalten. Das wirkt positiv, ist aber trügerisch – solche Reifen sind trotz gutem Profil nicht mehr sicher.
Wie aussagekräftig sind Tests?
Die Angaben auf dem EU-Reifenlabel, etwa zur Nasshaftung oder Geräuschentwicklung, dienen nur als grobe Orientierung. Sie werden unter standardisierten Bedingungen ermittelt und lassen sich nur eingeschränkt auf den realen Fahrbetrieb übertragen, sodass in der Praxis durchaus Abweichungen auftreten können.
Für eine fundierte Entscheidung sollten Sie daher zusätzlich unabhängige Vergleichstests heranziehen.

Besonders aussagekräftig sind regelmäßig durchgeführte Tests unter realen Bedingungen, etwa vom ADAC., da hier mehrere Reifen direkt miteinander verglichen werden.
Reifen selbst bestellen?
Ich biete Ihnen beide Möglichkeiten an: Sie können Ihre Reifen selbst bestellen und zur Montage mitbringen oder diese direkt über mich beziehen.
Der Reifenmarkt ist stark umkämpft, daher unterscheiden sich die Preise bei Online-Anbietern meist nur gering. Wenn Sie über mich bestellen, zahlen Sie in der Regel nur wenige Euro mehr, sparen sich jedoch den Transport. Zudem übernehme ich die Entsorgung Ihrer Altreifen kostenfrei.














